Reflexionsrunde: Ausprobieren, Beobachten, Feedback fragen
Das Johari-Modell ist ein gutes Werkzeug: Je mehr du bereit bist, dich zu zeigen und Feedback anzunehmen, desto größer wird der Bereich, in dem Selbst- und Fremdbild übereinstimmen. Das ist der Punkt, an dem echte Authentizität entsteht. Dort wirkst du klar, glaubwürdig und präsent. Fremdwahrnehmung ist also nicht nur ein Spiegel, der zeigt, wie andere dich sehen. Sie ist auch eine Einladung, dich selbst besser kennenzulernen und bewusst zu entscheiden, welche Seiten deiner Persönlichkeit du sichtbar machen möchtest.
Wie kannst du es machen? Beobachte die Wirkung, spüre die Reaktionen und merke, wie du dich dabei fühlst. So wird Fremdwahrnehmung zu einem Werkzeug: Du lernst, wie du wirken kannst, und formst Schritt für Schritt das Bild, das andere von dir haben – bewusst, reflektiert und experimentell.
Du trägst heute etwas Neues, sei es eine Farbe oder ein Muster, das du sonst nie gewählt hättest. Wissenschaftliche Studien, wie beispielsweise „Enclothed Cognition“ (Adam & Galinsky, 2012), zeigen: Kleidung beeinflusst nicht nur die Fremdwahrnehmung, sondern auch die Selbstwahrnehmung. Wer einen bestimmten Kleidungsstil trägt, verhält sich entsprechend – konzentrierter, selbstbewusster oder kreativer. Kleidung wird so zum Experiment und Werkzeug der Selbsterkundung und Fremdwahrnehmung.