Home Stil Modepsychologie Fremdwahrnehmung: Wenn du anders wirkst, als du fühlst

Fremdwahrnehmung: Wenn du anders wirkst, als du fühlst

Manchmal fühlst du dich offen, interessiert und zugewandt – doch andere erleben dich plötzlich als distanziert oder unnahbar. Vielleicht bist du überzeugt, strukturiert und organisiert zu wirken, während dein Umfeld dich als kreativ und spontan wahrnimmt. Diese kleinen Spannungsfelder zwischen innerem Erleben und äußerer Wirkung begleiten uns ständig.

Sie entstehen dort, wo Selbstbild und Fremdbild aufeinandertreffen – und hier kann Kleidung eine entscheidende Rolle spielen.

Was ist eigentlich Fremdwahrnehmung?

Fremdwahrnehmung beschreibt, wie andere Menschen dich sehen, interpretieren und bewerten. Sie entsteht aus deinem Verhalten, deiner Sprache, deiner Körpersprache und deinem Auftreten. Doch dieses Bild entsteht niemals objektiv. Jeder Mensch betrachtet dich durch seine eigene Brille – geprägt von Erfahrungen, Erwartungen, Emotionen und persönlichen Erinnerungen. Deshalb unterscheidet sich das Fremdbild oft von dem Bild, das du selbst von dir hast.

Doch dieses Bild entsteht nie neutral. Jeder Mensch betrachtet dich durch seine eigene Brille – geprägt von Erfahrungen, Erwartungen, Emotionen und persönlichen Erinnerungen. Deshalb unterscheidet sich das Fremdbild häufig von dem Bild, das du von dir selbst hast.

Wirkung, Styling und Johari Window Modell

Psychologen erklären dieses Phänomen mit einem Johari Window Modell, das wie folgt funktioniert:

  1. Öffentliche Arena: Was du bewusst auswählst, z. B. Blazer oder Pullover. Du willst Stärke, Nähe oder Ruhe zeigen – die Signale stimmen mit deinem Selbstbild überein.

  2. Fassade: Kleidung als Rüstung. Du siehst professionell aus, fühlst dich innerlich unsicher. Hier wird sichtbar: Kleidung kann Schutz bieten, nicht nur Ausdruck.

  3. Blinder Fleck: Wenn andere dich anders sehen oder empfinden als du selbst.

  4. Unbekanntes: Der Raum für Entwicklung. Neue Farben, Schnitte, Muster – du entdeckst Seiten deiner Persönlichkeit.

Personal Branding, Beratung
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1. Die öffentliche Arena – das, was sichtbar ist

Ein Teil von dir ist die öffentliche Arena, das, was du kennst und was andere sehen. Noch bevor du einen Satz gesagt hast, haben andere bereits eine erste Einschätzung getroffen – dein Outfit spricht also bereits Bände. Wer versteht, wie diese Signale wirken, kann bewusst gestalten, wie er auf andere wirkt, und die Differenz zwischen Selbst- und Fremdbild verkleinern.

Wie kannst du das erreichen? Ein gepflegter Blazer signalisiert beispielsweise sofort Struktur, Professionalität und Zuverlässigkeit, während ein ungewöhnlich kombinierter Look mit Farbe und Muster Kreativität, Mut oder Individualität vermittelt. Minimalistische Outfits strahlen wiederum Ruhe, Klarheit und Selbstkontrolle aus.

Du kannst deine Kleidung jeden Tag bewusst einsetzen, um eine bestimmte Wirkung zu erzielen. Dein Outfit wird zu einer stillen Sprache, die sagt: „Das bin ich.“

2. Die Fassade – das, was nur du kennst

Es gibt aber auch andere Morgen. An denen du vor dem Spiegel stehst, etwas in der Hand, und nichts Persönliches von dir preisgeben möchtest. An denen du einfach professionell und angemessen aussehen möchtest. Dann greifst du zu einem schwarz-weißen Outfit, das diese Wirkung erzielt, obwohl es dir selbst langweilig und fad aussieht und sich wie eine Maske anfühlt. An diesem Tag willst du Erwartungen erfüllen und nicht auffallen.

Hier ist die Fassade. In diesem Fall wird Kleidung zu deiner persönlichen Rüstung. Sie schützt dich, lässt dich stärker wirken, als du dich fühlst. Doch genau diese Schutzmechanismen senden Signale – und andere nehmen sie wahr. Fremdwahrnehmung ist nicht nur, was wir zeigen, sondern auch, was wir unbewusst verstecken. Und hier beginnt die Diskrepanz: Du glaubst, du strahlst Sicherheit aus – andere nehmen vielleicht Spannung oder Distanz wahr.

Du kannst es verändern, indem du dich stärker mit dir selbst auseinandersetzt oder eine professionelle Beratung in Anspruch nimmst, um deine Fremd- und Selbstwirkung in Bezug auf Kleidung und Persönlichkeit zu reflektieren. Kleidung kann dir dabei helfen, die Diskrepanz zu verringern, die Wirkung aktiv und bewusst zu steuern und dich wohlzufühlen.

Jedermann Archetyp - Teamwork, Teambuilding
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3. Der blinde Fleck – das, was andere sehen, du aber nicht

Vielleicht wirkst du konzentriert und ruhig – andere interpretieren dies jedoch als Strenge oder Distanz. Vielleicht möchtest du kreativ erscheinen, doch deine Kleidung vermittelt eher Zurückhaltung. Genau hier entsteht Fremdwahrnehmung am stärksten.

Studien, wie z. B. „Dress is a Fundamental Component of Person Perception”, zeigen, dass Menschen Kleidung unbewusst als Hinweis auf Charakter, Stimmung und Kompetenz interpretieren. Dein Outfit erzählt Geschichten über dich, die du vielleicht selbst noch nie bewusst wahrgenommen hast. Wenn du dich damit beschäftigst, kannst du sie aber ganz genau steuern.

Was kann helfen? Am besten Feedback von vertrauten Personen einholen, um diesen blinden Fleck sichtbar zu machen. Es eröffnet dir die Möglichkeit, dein Auftreten bewusst zu reflektieren und zu entscheiden, ob deine Wirkung zu deiner Persönlichkeit passt.

4. Das Unbekannte – Der Raum für Entwicklung

Der vierte Bereich des Johari-Fensters umfasst Eigenschaften, die weder dir noch anderen bekannt sind. Hier liegt verborgenes Potenzial, aber auch unentdeckte Facetten deiner Persönlichkeit. Neue Erfahrungen, Herausforderungen oder Veränderungen können diesen Bereich sichtbar machen.

Manchmal zeigt sich dieser Bereich überraschend – etwa wenn du einen neuen Stil ausprobierst und plötzlich bemerkst, wie sehr er deine Haltung, dein Selbstbewusstsein oder deine Ausstrahlung verändert. Kleidung kann dabei zu einem Ausdrucksmittel werden, mit dem du neue Seiten an dir entdeckst und sichtbar machst.

Unser Angebot zur Fremdwahrnehmung – Dir selbst wieder begegnen

Wie würde dein Leben aussehen, wenn du jeden Tag bewusst auf Fremdwahrnehmung achtest? Was erzählt dein Outfit über dich – und stimmt das mit deinem Gefühl überein?“

Viele Kundinnen berichten, dass sie nach einer Typberatung, einem Männer- oder Frauen-Coaching bewusster Entscheidungen treffen, sich sicherer fühlen und merken, dass Selbst- und Fremdwahrnehmung übereinstimmen. Mit der richtigen Farb- und Stilberatung wird das Selbstbewusstsein also sichtbar, spürbar und nachhaltig gestärkt.

Reflexionsrunde: Ausprobieren, Beobachten, Feedback fragen

Das Johari-Modell ist ein gutes Werkzeug: Je mehr du bereit bist, dich zu zeigen und Feedback anzunehmen, desto größer wird der Bereich, in dem Selbst- und Fremdbild übereinstimmen. Das ist der Punkt, an dem echte Authentizität entsteht. Dort wirkst du klar, glaubwürdig und präsent. Fremdwahrnehmung ist also nicht nur ein Spiegel, der zeigt, wie andere dich sehen. Sie ist auch eine Einladung, dich selbst besser kennenzulernen und bewusst zu entscheiden, welche Seiten deiner Persönlichkeit du sichtbar machen möchtest.

Wie kannst du es machen? Beobachte die Wirkung, spüre die Reaktionen und merke, wie du dich dabei fühlst. So wird Fremdwahrnehmung zu einem Werkzeug: Du lernst, wie du wirken kannst, und formst Schritt für Schritt das Bild, das andere von dir haben – bewusst, reflektiert und experimentell.

Du trägst heute etwas Neues, sei es eine Farbe oder ein Muster, das du sonst nie gewählt hättest. Wissenschaftliche Studien, wie beispielsweise „Enclothed Cognition“ (Adam & Galinsky, 2012), zeigen: Kleidung beeinflusst nicht nur die Fremdwahrnehmung, sondern auch die Selbstwahrnehmung. Wer einen bestimmten Kleidungsstil trägt, verhält sich entsprechend – konzentrierter, selbstbewusster oder kreativer. Kleidung wird so zum Experiment und Werkzeug der Selbsterkundung und Fremdwahrnehmung.

Fazit: Authentizität ist der Schlüssel zu einer positiven Fremdwahrnehmung.

Durch bewusste Wahl, kleine Experimente, Feedback von Freunden oder Kollegen und die Reflexion deiner Wirkung kannst du steuern, wie du wahrgenommen wirst – ohne die Authentizität zu verlieren.

Denn Kleidung ist nicht nur Ausdruck deiner Persönlichkeit, sie ist auch das Fenster, durch das andere dich sehen. Und das Fenster kannst du bewusst öffnen, schließen oder justieren – jeden Morgen aufs Neue.

Natürlich dass allein das Tragen eines bestimmten Outfits Kompetenz, Selbstbewusstsein oder Erfolg garantiert. Der Schlüssel liegt darin, deinen Stil bewusst und authentisch zu wählen – nicht nur, um Erwartungen zu erfüllen oder einen bestimmten Eindruck zu erzeugen. Authentizität entsteht, wenn deine Kleidung deine Persönlichkeit unterstützt.

Du kannst Kleidung als wertvolle Werkzeug nutzen, um Fremdwahrnehmung zu steuern – aber nur dann, wenn sie deine innere Haltung spiegelt. Alles andere wirkt schnell performativ: Du kleidest dich für andere, nicht für dich selbst, und das spüren Menschen sofort. Die wahre Wirkung entsteht, wenn du dich in deinem Stil wiedererkennst, dich sicher fühlst und genau diese Energie nach außen strahlst. Dann verschiebt sich dein blinder Fleck im Johari-Fenster: Andere sehen das Beste von dir – und du erkennst es selbst.

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Doppelte Power

Als Zwillinge, professionelle Stylistinnen und Geschäftspartnerinnen arbeiten wir bei der Entwicklung von Konzepten für unsere Kunden immer unter vier Augen, um ein umfassendes und ausgewogenes Feedback zu erhalten.

Seit 2010 haben wir über 3.800 internationale Kunden*innen in den Sprachen Deutsch, Russisch und Englisch beraten. Gerne beraten wir auch dich in München oder online.

Wir verfügen nicht nur über 15 Jahre Erfahrung, sondern auch über eine professionelle Ausbildung und zahlreiche Weiterbildungen im Bereich Styling und Coaching, die es uns ermöglichen, dich in allen Fragen rund um Styling, Image und Persönlichkeit kompetent und individuell zu beraten.