Swatch: Der Jester am anderen Ende des Spektrums
Um zu verstehen, warum die Zusammenarbeit zwischen Audemars Piguet und Swatch so gut funktioniert, muss man zunächst verstehen, dass die beiden Marken kaum unterschiedlicher sein könnten – und genau deshalb so gut zusammenpassen.
Swatch ist der Jester unter den Uhrenmarken. Der Jester lebt im Moment, nimmt sich selbst nicht ernst und besitzt eine Superkraft, die oft unterschätzt wird: Er sieht die Welt anders als alle anderen. Er bricht Regeln nicht aus Rebellion, sondern aus purer Freude am Spiel. Swatch wurde 1983 in einer Krise geboren, als Nicolas G. Hayek die Schweizer Uhrenindustrie vor dem Kollaps durch günstige asiatische Quarzuhren rettete. Seine Antwort war radikal unernst: Plastik, Farbe, 51 statt 91 Bauteile, erschwinglich genug für mehrere davon. Hayek selbst sagte: „Ich mache keine Uhren, nur um die Zeit zu sehen. Ich mache Schmuck.”
Swatch Brand Heritage
Bereits 1984 sponserte Swatch die erste Breakdance-Weltmeisterschaft. Das Unternehmen kollaborierte mit Vivienne Westwood, Keith Haring und Jeremy Scott. Er erschien in Stranger Things. Swatch machte Uhren zu Fashion-Objekten, bevor es dieses Wort überhaupt gab. Das ist Jester-Energie: spielerisch, farbenfroh, demokratisch, immer am Puls der Popkultur – und niemals wichtigtuerisch.